Der Shenzhen-Flagship-Store von Honor positioniert den Einzelhandel neu – als eine durch Interaktion geprägte Umgebung, in der KI-gestützte Lebensräume als alltägliche Settings inszeniert werden, in denen sich Technologie nahtlos integriert, statt als entfernte Innovation wahrgenommen zu werden.
PROJEKTANALYSE
Für Honor geht es im Einzelhandel nicht nur um Produkte, sondern um die Erlebnisse, die um sie herum entstehen. Anstatt Konsument:innen in einen schnellen Konsumzyklus zu drängen, lädt der Raum dazu ein, zu entschleunigen. Entworfen vom hauseigenen Retail-Designstudio von Honor, untersucht der Flagship-Store einen Dialog zwischen Technologie, Natur und einer am Menschen orientierten Erfahrung. Wie auch bei früheren Retail-Konzepten des Studios steht Interaktion im Mittelpunkt, wodurch Beteiligung zu einem zentralen Bestandteil des räumlichen Erlebnisses wird.
Dieses Projekt verwandelt den Einzelhandel von einem kurzfristigen Kontaktpunkt in ein Interieur, das zum Verweilen einlädt. Lounge, Café und Bar ermöglichen Produktinteraktionen als Teil des alltäglichen Lebens, wobei tabletgestützte Barbereiche Besucher:innen erlauben, Produkte in einem wohnlichen Umfeld zu erleben. Diese Bereiche laden dazu ein, die reine Rolle als Konsument:in zu verlassen und eine nachhaltigere Beziehung sowohl zum Raum als auch zur Technologie aufzubauen. Letztlich geht der Store über das bloße Testen von Produkten hinaus und übersetzt die Integration von Technologie in den Alltag in eine räumliche Erzählung.
Im Virtual-Reality-Raum werden Besucher:innen zu aktiven Nutzer:innen der Produkte. Großformatige Bildschirme und robotische Installationen verwandeln Technologie in eine physische und räumliche Erfahrung, wodurch der Store weniger als klassischer Showroom, sondern vielmehr als Einstieg in eine digital konstruierte Umgebung wirkt. Immersive VR-Bereiche verstärken diesen Übergang und vermitteln das Gefühl, in eine parallele digitale Ebene einzutreten, die in den Alltag eingebettet ist. In diesem Kontext erscheint Technologie nicht als entfernte Innovation, sondern als anpassungsfähiges System, das mit menschlichem Verhalten koexistiert.
ZENTRALE MERKMALE
Der Store empfängt Besucher:innen mit einer vollständig transparenten Glasfassade, die Passant:innen bereits vor dem Betreten einen visuellen Einblick in den Raum ermöglicht. Beim Eintritt in den Store vereint ein 45 Quadratmeter großer immersiver Bildschirm fließende Wasserbilder mit dem Honor-Logo und bildet einen der zentralen Blickpunkte des Raumes. Auf einer Seite des Bildschirms sind die charakteristischen Produkte der Marke sorgfältig arrangiert und vermitteln Honors ganzheitliche Vision eines intelligenten Lebensstils, während auf der anderen Seite ein Café zum Sitzen, Bestellen und Verweilen einlädt. Direkt neben dem Café befindet sich eines der markantesten Elemente des Stores: eine Wasserfallinstallation, die den Dialog zwischen Technologie und Natur unterstreicht.
Der Wasserfall fließt entlang einer organisch geformten Wendeltreppe und wird zu einem vertikalen Element, das die Ebenen des Stores miteinander verbindet. Auf der ersten Etage angekommen, treffen Besucher:innen auf Bereiche für praktisches Ausprobieren und direkte Produktinteraktion. Diese Räume zeigen, wie KI in den Alltag integriert wird und die wahrgenommene Grenze zwischen „Hightech“-Innovation und täglichem Leben auflöst. Dieser Ansatz wird zusätzlich durch die Erlebniszone des Yoyo AI Agenten verstärkt – Yoyo ist Honors KI-Agent, der als alltäglicher Begleiter konzipiert wurde und künstliche Intelligenz in intuitive, menschenähnliche Interaktionen übersetzt, die Alltag, Kreativität und Entscheidungsfindung unterstützen. Technologie erscheint hier als zugänglicher und reaktionsfähiger Begleiter statt als entfernte Demonstration.
Neben dem KI-Agenten-Erlebnis bietet der Raum auch den Bereich „AI Future Living“, in dem digitale Umgebungen und großformatige Displays künstliche Intelligenz in alltäglichen Szenarien erlebbar machen. Anstatt Technologie isoliert auszustellen, integriert die räumliche Abfolge diese Erfahrungen in den natürlichen Rundgang durch den Store. Diese Entwicklung setzt sich bis zur Lounge im zweiten Obergeschoss fort, wo soziale Sitzbereiche und informelle Settings den Aufenthalt über die reine Produktinteraktion hinaus verlängern und die Rolle des Stores als Ort intensiver und längerfristiger Begegnung stärken.